Der Männergesangverein Oberhaunstadt feierte sein 75jähriges Bestehen

Mit einem Festgottesdienst in der Kirche St.Willibald und Oberhaunstadt und traf sich danach mit seinen Gästen im Kastaniengarten zu einer würdigen Feier mit Ehrungen.

Der gebürtige Oberhaunstädter Prälat Ludwig Mödl hatte beim Gottesdienst in seiner Predigt auf den hohen Gemeinschaftssinn aller Gesangsvereine hingewiesen und zitierte den Spruch aus dem Gedicht „Die Gesänge“, „wo man singt, da lass Dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder“. Singen ist mit Freude und Harmonie verbunden, die eine positive menschliche Eigenschaft darstellt, so seine Worte zum feierlichen Anlass. „Wer singt, hat nichts Böses im Sinn, wer singt, der dankt“, so der Prälat.

Der Männergesangverein gestaltete unter der Leitung seines Dirigenten Peter Slesiona den Gottesdienst mit seinem Gesang und stellte dabei sein gesamtes  Repertoire an liturgischen Liedern dar. Die Stubenmusi Eder begleitete mit ihnen dazu die Messe. 

Bei der anschließenden Feier im Kastaniengarten lies dann Peter Slesiona in seiner Funktion als Vorstand die Geschichte des Männergesangverein Oberhaunstadt Revue passieren. Nachdem sich im Jahre 1949 der Kirchenchor von St.Willibald aufgelöst hatte, trafen sich sieben ehemalige Sänger des Kirchenchores im damaligen Oberhaunstädter Keller und gründeten 1950 als Nachfolger des nach dem Krieg aufgelösten Arbeitergesangverein den Männergesangverein. 24 Männer hatten sich in kürzester Zeit zur Neugründung zusammengefunden. Der ehemaligen Chorleiter Stefan Legrady  war dabei der erste Dirigent des neugegründeten Vereins, man fand in der Kellerwirtschaft Oberhaunstadt bis 1960 ein zu Hause. Der Verein feierte damals große Gartenfeste mit bis zu zweitausend Gästen. Es wurde eifrig Theater gespielt, in Vereinsausflügen und Vereinsabenden wurde für Geselligkeit und Frohsinn gesorgt. Doch nach dem Umbau der Kellerwirtschaft begannen Zeiten der Unruhe, ist in der Chronik nachzulesen. Man hatte eine kurze Beherbergung im Rosengarten, dann im ehemaligen Cafe Dotzler am Dorfplatz. Das führte zum Mitgliederverlust und auch die Dirigenten wurden oft gewechselt. Von 1962 bis 1978 war man dann wieder im Rosengarten zu Hause , was zu besseren Tagen führte. Anlässlich der 25 Jahrfeier gab es 1975 ein großes Festkonzert in Oberhaunstädter Turnhalle unter der Leitung von Karl Martin. Als 1978 der Rosengarten umgebaut wurde , gingen die MGV-Sänger wieder auf Herbergssuche . Im Gasthof Treffer und im Sportheim kam man kurzfristig unter, ehe 1981 beim „Alten Wirt“ im Vereinsheim der Marinekameradschaft ein idealer Partner gefunden wurde. Als Glücksfall erwies sich dann auch in dieser Zeit, dass man seinerzeit auf der Suche nach einem Dirigenten den Musiklehrer Peter Slesiona fand. Welches Glück das war, das konnten man beim jetzigen Jubiläum eindrucksvoll feststellen, seine Sänger bedankten sich bei ihm für sein nun schon 40jähriges Wirken. 

Seit dem Jahr 1993 treten die MGV-Sänger nun auch mit einheitlicher Kleidung auf, rotes Sakko mit blauer Krawatte mit auf gespicktem Violinschlüssel. 

Ein besonderer Leckerbissen war für die Sänger im Jahr 1997 die Teilnahme an einer Orgelmesse im Ingolstädter Münster unter der Leitung von Franz Hauk mit dem Chor des Liebfrauenmünsters. Ein weiteres besonderes Ereignis gab es kurz darauf im Jahr 1999. Die MGV-Sänger traten im Rahmen des Chorprojektes „Verona“  erstmals mit den „vereinigten Chören Ingolstadt“ und mit dem Georgischen Kammerorchester auf.

Im Jahr 2000 wechselten die Sänger abermals ihre Sängerheimat. Sie konnten im renovierten ehemaligen Schulgebäude am Dorfplatz einziehen. Dort entstand dann auch die Aufnahme einer CD, worauf die Oberhaunstädter bis heute besonders stolz sind. 

Ein weitere Höhepunkt war in diesem Jahr die Teilnahme der Sänger an der  Ingolstädter 750Jahr Feier. Alle Sänger hatten sich für das Bild des Reinheitsgebotes einen Bart wachsen lassen und saßen beim Festzug auf einem Leiterwagen mit Bierfass und Holzkrügen, der von zwei Kaltblüter Pferden gezogen wurde.

In dem Jahr 2020 feierte der MGV mit einem Festwochenende dann auch sein 50jähriges Bestehen . Nach der schwierigen Zeit in den Jahren 2021 /22 von Corona, „bei der es sehr schwierig war den Verein am Leben zu erhalten“, so Vorstand Slesiona, kam ein  besonderer Tiefschlag dann im Jahr 2023 auf die Sänger zu. Die Stadt Ingolstadt unterband aufgrund von einer Einsturzgefahr die weitere Nutzung in der Alten Schule. Doch dann hatten die Sänger wieder Glück. Sie konnten im Pfarrheim von St.Willibald neue Räume beziehen. „Die Gemeinschaft hat uns geholfen eine neue Heimat zu finden“, formulierte es Vorstand Slesiona bei seiner Jubiläumsrede, „wir haben es da prima erwischt“. 

In der Rückschau des Vereins führten seit der Gründung bisher 14 Vorstände den Verein, wobei Alfons Picker, Ludwig Stadler oder auch Gerhard Kunze mehrfach an der Spitze standen. Am längsten war Robert Schidlmeier Vorsitzender des MGV, von 1997 bis 2020. Ebenfalls lang war die Zahl der Dirigenten , insgesamt 14. Doch alle übertraf Peter Slesiona, der nun seit 1987 den Ton angibt. Doch er nimmt es gelassen, „der Dirigent hat sich dem Chor angepasst, er dirigiert so, wie die Sänger singen“. Eine Bildausstellung von Bernhard Wagner mit den vielen Photographien aus den Jahren seit den Bestehen des Vereines zeigten dann auch bei der Feier im Kastaniengarten die vielen Veranstaltungen und Ereignisse des Vereins. Im nächsten Jahr möchte der Verein ohnehin für alle seine passiven Mitglieder und Freunde das Jubiläum nachfeiern und seine lange Tradition aufzeigen. Mit seinen 147 Mitgliedern und 24 aktiven Sängern -genauso viele Sänger wie bei der Gründung des Vereines im Jahr 1950- sind die Oberhaunstädter weiterhin ein engagierten Verein am Ort, der jeden Mittwoch fleißig probt. „Einige jüngere würden uns schon guttun , so Slesiona, für ihn ist „jede Woche im Verein wie heimzukommen“. “Freude am Singen, Gemeinschaft, Harmonie, sind für uns die wichtigsten Tugenden im Verein“, so der Vorsitzende des MGV.          

Bild: Die Sänger des Männergesangverein Oberhaunstadt mit ihrem Dirigenten und Vorstand (hintere Reihe) Peter Slesiona in ihrer neuen Bleibe, seit 2023 im Pfarrheim St.Willibald in Oberhaunstadt.


Pressemitteilung

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