Nach dem traditionellen „Jazz in den Kneipen“, der jedes Jahr die Innenstadt in eine musikalische Bühne verwandelt und den Menschen nationale wie internationale Stars hautnah näherbringt, folgte am Freitag das erste Highlight im Stadttheater: einer der renommiertesten Rock- und Popmusiker, der zweifache Grammy-Gewinner Elvis Costello.
Für dieses Ereignis reisten Besucher teils von weit her an. Gleichwohl hätte man sich für diesen einmaligen Abend noch mehr Zuspruch gewünscht. Costello erschien gut gelaunt, mit Hut und seiner markanten Brille, und unterhielt das Publikum rund anderthalb Stunden. Er erzählte von seinem Vater, einem erfolgreichen englischen Sänger und Trompeter, und von seinem Großvater, einem Schiffsmusiker der 1920er Jahre, dem er den Song „Jimmie Standing in the Rain“ widmete. Bei diesem Stück griff Costello selbst zur Gitarre und wurde von Michael Leonhart an der Trompete begleitet – ein berührender, nahezu intimer Moment, ein gelungenes Zusammenspiel des facettenreichen Sängers mit der WDR Big Band unter der Leitung des ebenfalls renommierten Michael Leonhart. Er hat bereits mit Größen wie Yoko Ono und Steely Dan zusammengearbeitet und präsentierte an diesem Abend ausgewählte Songs des musikalischen Chamäleons, die er eigens für dieses einmalige Aufeinandertreffen arrangiert hatte.
Die WDR Big Band, ein Weltklangkörper aus Köln, ist weit mehr als ein Begleitorchester. Jedes einzelne Mitglied ist ein Star an seinem Instrument; einige hatten Gelegenheit, in Soli ihr famoses Können zu zeigen. Verstärkt wurde das Ensemble durch das Wolfgang-Haffner-Trio – Haffners Schlagzeugsolo erhielt besonderen Applaus.
Apropos Applaus: Auch der minutenlang anhaltende Jubel der begeisterten Zuschauer reichte nicht für eine Zugabe.
