Musik sichtbar machen
Musikszene in Ingolstadt – Musikentwicklungsplan als Chance
Einer der schönsten Orte in Ingolstadt, an dem man Kunst begegnet, ist das KAP94. Die Kunst- und Kulturwerkstatt ist ein zentraler Bestandteil der freien Kulturszene und befindet sich in einem wasserumflossenen Festungsgebäude aus dem 19. Jahrhundert. Der zauberhafte Dachgarten bietet einen idyllischen Rahmen für vielfältige Veranstaltungen, die das engagierte Team des gemeinnützigen Vereins KAPKultur e.V. überwiegend ehrenamtlich organisiert. 2022 wurde das KAP mit dem Staatspreis für bayerische Kreativorte ausgezeichnet.
Kaum ein besserer Ort also für einen Musikerstammtisch – so die Idee der KAP-Macher. Bei der Stadt Ingolstadt stießen sie damit auf offene Ohren: Das Format passte perfekt zur Umsetzung des Musikentwicklungsplans für die lokale Musikszene.
Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt hatte den Plan im Auftrag der Stadt erstellt – mit dem Ziel, Musikerinnen und Musikern aus allen Genres (Rock, Chor, Volksmusik, u.a.) sowie Veranstaltenden Wege zur besseren Vernetzung und Umsetzung zu eröffnen. Der Geschäftsführer des Kulturamts Ingolstadt, Tobias Klein, betonte, dass es ihm und seinem Team wichtig sei, dass der Plan nicht in der Schublade verstaubt: “Deswegen haben wir drei Schwerpunkte identifiziert: Räumlichkeiten, Sichtbarkeit und Netzwerkbildung. Um die Umsetzung voranzubringen, wurde im Kulturamt Dr. Verena Gutsche als Ansprechpartnerin benannt – mit dem Auftrag, Anliegen aus der Musikszene nach Möglichkeit aktiv zu unterstützen“.
Vernetzung ist das Zauberwort
Ein verlässlicher Partner ist dabei die Kunst- und Kulturwerkstatt KAP94, die bereits jahrelang eine zentrale Rolle in der musikalischen Vernetzung der Stadt spielt. Seit der Corona-Zeit finden dort die beliebten sonntäglichen Spaziergängerkonzerte am Künettegraben statt. Hier erhalten sowohl etablierte als auch unbekannte Musikerinnen und Musiker unterschiedlichster Stilrichtungen die Möglichkeit, sich dem Publikum zu präsentieren – teils zum ersten Mal.
Der Vorsitzende des KAPKultur e.V., Johannes Greiner, betont: „Wir machen bereits sehr viel mit und für Musik – das ist ja unser Vereinszweck: Das KAP verfügt über Bühne und Veranstaltungstechnik, die im Bedarfsfall zur Verfügung gestellt werden. Dauerbrenner sind die Fensterkonzerte. Daneben gibt es das von Franz Waldmüller betreute Format „KAPtapult“, bei dem zwei bis drei stilistisch passende Bands an einem Abend auftreten“. Denkbar sei auch eine offene Bühne, bei der sich mehrere Künstler einen Abend teilen.
Kooperation statt Konkurrenz
Kooperation unter Veranstaltern wird – gerade angesichts knapper Kassen – immer wichtiger. Eine dieser Kooperationen besteht mit der eventhalle: Künstlerinnen und Künstler, die (noch) nicht für die große Bühne geeignet sind, treten stattdessen im KAP94 auf – als gemeinsame Veranstaltung.
Es gibt viele Ideen, wie man die Musikszene in Ingolstadt und der Region stärken kann – und viele Akteure ziehen dabei an einem Strang. Einig sind sich jedoch sowohl Greiner als auch Klein: Für das große Problem der allgemeinen Proberaum-Misere fehlt bislang eine Lösung. (HaGa)