Vernissage zu der Ausstellung: „Frauen in Widerstand gegen den Nationalsozialismus“
Das Zentrum für Stadtgeschichte hat in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle und den Omas gegen Rechts gemeinsam diese Ausstellung nach Ingolstadt gebracht, um ins Bewusstsein zu bringen, dass jeder fünfte Mensch, der Widerstand leistete, eine Frau war. Den meisten wird wahrscheinlich Sophie Scholl bekannt sein. Weniger bekannt sein dürfte wohl sein, dass sie und ihre Geschwister einen engen Bezug zu Ingolstadt hatten. Sie verbrachten ihre freie Zeit oft in Kösching auf dem Dürrnhof bei einem engen Vertrauten, dem Richard Scheringer.


Eine zu unrecht wenig bekannte Widerstandskämpferin war die gebürtige Ingolstädterin Paula Schier, die mit Fleißers älteren Schwester in der katholischen Schule für Höhere Töchter im Gnadenthal die Schulbank drückte. So wie Marieluise war sie eine beachtete Schriftstellerin, ihre Werke erschienen in dem renommierten Kurt-Wolff-Verlag, der unter anderem Werke vom Kafka veröffentlichte. Über ihre interessante Vita als eine der ersten investigativen Journalist*innen berichteten die Wissenschaftlerinnen Ursula Schneider und Annette Steiniek des Forschungsinstituts Brenner-Archiv, die eigens dafür aus Innsbruck angereist sind; sowie die Journalistin beim Bayerischen Rundfunk Paula Lochte, die für ihr Podcast „Paula sucht Paula“ 2024 den renommierten Deutschen Radiopreis erhielt.


Im Anschluss an die sehr informative Veranstaltung nutzen die Teilnehmenden die Möglichkeit bei einem reichhaltigen Buffet, das die Omas gegen Rechts ausgerichtet hatten, miteinander noch ins Gespräch zu kommen.
Eröffnet wurde die Vernissage durch die Bürgermeisterin Petra Kleine. Für musikalische Begleitung sorgen die „Schutterhexen“ von den Omas gegen Rechts.


Die Ausstellung ist noch bis 30. April im Rahmen der Öffnungszeiten des Neuen Rathauses zu besichtigen. (HaGa)