Gefiederter Besuch in der Montessori Schule in Ingolstadt
Am vergangenen Montag besuchten Maximilian Resch und Michaela Reil, Erster und Zweite Vorsitzende des 2024 gegründeten und gemeinnützigen Tierschutzvereins “Ingolstadts Stadttauben und andere coole Vögel e.V.” auf Einladung von Lehrkräften Judith Titze und Lilia Knoll die Lerngruppe “Pluto” der Montessori Schule in Ingolstadt.
Mit dabei waren Stadttaubenmännchen Specter und sein Weibchen Fly. Die beiden haben sich vergangenes Jahr verpaart und begleiten den Vereinsvorstand zu Terminen.
Bei dem Besuch konnten die 22 Kinder im Alter zwischen 7 und 11 Jahren die beiden Stadttauben hautnah erleben, ihre teils kritischen und durchdachten Fragen stellen sowie Neues über die häufig nicht beliebten Tiere lernen.
Auch mit Vorurteilen wurde aufgeräumt: Stadttauben verbreiten, wenn überhaupt, nicht mehr Krankheiten als Hunde und Katzen. Studien belegen, dass Tauben intelligent und lernfähig sind: Sie konnten bei Versuchen mit ähnlicher Wahrscheinlichkeit wie ein Mensch Brustkrebs auf Röntgenbildern erkennen, sich hunderte menschliche Gesichter merken und sogar verschiedene Malstile von Künstlern unterscheiden.

Sie leben entgegen der Enten, die sich jedes Jahr einen neuen Partner suchen, ein Leben lang zusammen und haben einen inneren Kompass, der noch nicht vollständig erforscht ist, der sie von mehreren hundert Kilometern Entfernung nach Hause finden lässt.
Aus diesem Grund beherbergt auch die Schweizer Armee noch eine kleine Delegation Brieftauben, um im Ernstfall ohne elektronische Systeme Nachrichten in die Heimat schicken zu können.
Die Tiere sind nicht von Natur aus in unseren Städten: Sie stammen von der Felsentaube ab, wurden vor langer Zeit von Menschen domestiziert und sind so in unsere Städte eingezogen. Sie sind reine Körnerfresser und verhungern daher häufig bereits als Küken im Nest, weil das unnatürliche Nahrungsangebot nicht ausreicht oder die Eltern an Verletzungen oder Krankheiten sterben.
Ziel des Vereins ist unter anderem das rechtzeitige Tauschen von echten Taubeneiern gegen Atrappen im öffentlichen Raum.
Da sie einen antrainierten Brutzwang haben brüten sie nämlich sechsmal jährlich und sogar im Winter bei Eiseskälte.
Das Tauschen unterstützt das bereits ausgeführte Konzept der Stadt Ingolstadt mit ihren bislang drei städtischen Schlägen, in denen Tauben Futter und Wasser finden und brüten können. Das macht eine Reduzierung der Population durch stetigen Eiertausch möglich.
Von der Arbeit des Vereins profitieren sowohl Menschen, die Tauben mögen als auch jene, die sie ungern sehen.
Was die Kinder den Tauben voraus hatten: Sie konnten alle das echte Ei vom unechten unterscheiden. Die Tiere zum Glück nicht.
Pressestelle/Ingolstadts Stadttauben und andere coole Vögel e.V.
Mehr dazu: https://stadttauben-ingolstadt.de