Doku der Schmutzler Brüder bei Netflix und Amazon Prime
Mit einer 15.000 km langen Radtour sammeln zwei Freunde, die das Fahrradfahren eigentlich hassen, Geld für den Bau einer Schule in Guatemala. „Biking Borders“, der Reise-Dokumentarfilm über diese ungewöhnliche Spendenaktion startet diesen Freitag auf Netflix.
Damals, in einer Zeit vor der Pandemie, hätte man eine Abenteuer-Reise-Doku wohl eher im Freilichtkino besucht und sich auf großer Leinwand in die fern Länder entführen lassen. Die Protagonisten Max Jabs und Nono Konopka hätten aus dem Nähkästchen geplaudert: über ihre 246 Tage lange Reise von Berlin bis nach Peking, über die Aufmerksamkeits-Kampagne auf Instagram, über die 100.000 Euro an Spenden für die Hilfsorganisation „Pencils of Promise“, die den Bau zweier Schulen in Paraje Xoljoc, Guatemala, ermöglicht haben. Mit den Ingolstädter Filmemachern und Produzenten Kevin und Toby Schmutzler, die in München die FilmCrew Media GmbH betreiben, hätte man sich ausgetauscht über Social Impact, über die Wichtigkeit sozialer Themen wie Bildung in der Unterhaltungsindustrie. Nun wird man „Biking Borders“ wohl eher unidirektional auf der Couch genießen.
Für Protagonisten wie Filmemacher ist der Netflix-Deal jedoch ein Erfolg – denn neben den Spendengeldern soll das Projekt aufmerksam machen für das Thema Bildung in Entwicklungsländern.

Bereits während der Reise verfolgen weltweit tausende von Menschen den Fahrradmarathon über Instagram. Um ihre Follower täglich auf dem neuesten Stand zu halten, dokumentieren Max und Nono die Reise mit der Kamera. Die Idee, eine Dokumentation aus der Reise zu machen, kommt den beiden irgendwo zwischen dem Iran und Tadschikistan. Auf Empfehlung eines Followers kontaktieren die beiden von unterwegs die FilmCrew, ein Münchner Film-Start Up, das sich auf Filme mit sozialen Themen fokussiert.
Die Idee begeisterte. Im Nachhinein eine professionelle Doku zu produzieren, ohne dass die Reise professionell gefilmt wurde, sahen die Filmbrüder Kevin und Toby als Herausforderung. Die FilmCrew, die sonst selbst in Projektgebiete oder exotische Drehorte reist, durchlebte die Reise der Radreisenden am Schnittrechner. Gemeinsam mit Editor Felix Koster und Max Jabs wird eine Dramaturgie entwickelt, die den Flickenteppich an Video- und Social Media Schnipseln zu einem 90-minütigen Dokumentarfilm macht.
Obwohl es den Film wegen Corona nicht auf großer Leinwand und Sternenhimmel zu sehen gibt, ist die monatelange Arbeit letztendlich von Erfolg gekrönt: „Biking Borders“ gibt es ab dem 20.02.2021 in den Mediatheken von Netflix und Amazon Prime zu sehen gibt.
Über die Macher:
Nono Konopka und Maximilian Jabs lernten sich bei Marketing Studium in den Niederlanden kennen. Nach dem Abschluss starteten sie das Projekt „Biking Borders “. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland waren die beiden mehrfach als Keynote Speaker im Einsatz. Während Max sich in Zusammenarbeit mit der FilmCrew auf die Fertigstellung der Dokumentation konzentrierte, zog Nono seinen Podcast „Nono Yesyes“ auf und arbeitete an seinem Buch „Lektionen für ein richtig gutes Leben“, das am 1. März 2021 erscheint.
Die FilmCrew Media GmbH ist eine Münchner Produktionsfirma, die sich seit ihrer Gründung 2015 auf die Produktion von Social Impact Projekten spezialisiert. 2018 veröffentlicht sie ihren Spielfilm „ROBIN – Watch for Wishes“ als Herz einer Spendenkampagne für benachteiligte Kinder. Mittlerweile lief der Film international auf über 50 Festivals und wird von dem Weltvertrieb Electric Entertainment aus Los Angeles vertrieben. Der letzte Film der Münchner war „Lockdown Movie“, ein Comedy-Thriller über Kreative in der Krise, während des ersten Corona Lockdowns in ihrem Büro geschrieben, gedreht und geschnitten. Ende 2021 soll es für den nächsten Spielfilm nach Kenia gehen, der auf das Thema Entwicklungshilfe und Bildung aufmerksam macht.
Fotos: FilmCrew Media GmbH