Prüfungsantrag zur Einrichtung von Schulstraßen in Ingolstadt
Die Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stellt den Antrag, im Umfeld von Grundschulen im Stadtgebiet Ingolstadts testweise sogenannte Schulstraßen einzurichten. Diese sollen in einem definierten Zeitraum vor Schulbeginn sowie nach Schulschluss für den motorisierten Individualverkehr – mit Ausnahme des Anliegerverkehrs – gesperrt werden.
Begründung:
An vielen Schulen stellen sogenannte „Elterntaxis“ ein zunehmendes Sicherheitsrisiko dar. Der Bring- und Holverkehr führt vor allem zu Stoßzeiten zu unübersichtlichen und gefährlichen Situationen vor den Schultoren. Schulstraßen können hier nachweislich zur Entschärfung beitragen, indem sie die unmittelbare Schulumgebung während der kritischen Zeitfenster verkehrsberuhigen. Vor allem im Umfeld von Grundschulen und Kitas bieten sie einen effektiven Weg, den Schulweg für Kinder sicherer zu gestalten – ein Ansatz, der bereits in vielen Städten erfolgreich umgesetzt wurde.
Im Jahr 2023 wurden in Deutschland rund 92.000 Schulwegunfälle registriert. Der Bring- und Holverkehr ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. In Deutschland wird jedes fünfte Kind mit dem Auto zur Schule gebracht. Bei einer Schule mit beispielsweise 500 Kindern sind das 100 Autos, die sich vor dem Schuleingang stauen. 1976 liefen noch 92 % der Kinder zu Fuß zur Schule, im Jahr 2018 waren es nur noch 43 %. Schon diese Zahlen zeigen, dass Schulstraßen notwendig sind.
Um die Effekte von Schulstraßen zu erproben, kann auch bei einer geeigneten (Grund-) Schule eine „Pop-Up-Schulstraße“ testweise ausgewiesen werden. Damit könnten ortsspezifische Kriterien – wie etwa Zeitfenster – für weitere Schulstraßen in der Stadt gefunden werden. Unsere Kinder, unsere zukünftigen Generationen sind es uns wert.
Pressemitteilung/Die GRÜNEN-Bündnis 90