Aktionswoche zum Weltverbrauchertag 2025 Werbetricks
Werbetricks und sachlich informierte Kaufentscheidung treffen
In kostenfreien Vorträgen entlarvt der VerbraucherService Bayern die Tricks der Werbeindustrie, beleuchtet die Bedeutung von Regulierung und zeigt, wie Verbraucher*innen Greenwashing und irreführende Werbung erkennen können.
Jede Person in Deutschland wird Schätzungen zufolge täglich mit Tausenden Werbebotschaften in jeglichen Lebensbereichen konfrontiert. Doch wie viel Wahrheit steckt dahinter und woran erkennen Verbraucherinnen und Verbraucher überhaupt Werbung? Wie wichtig sind Gesetze und Regularien, um uns alle vor irreführenden Botschaften und Greenwashing zu schützen? Der VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB) widmet sich diesen Fragen in der Aktionswoche zum Weltverbrauchertag 2025 vom 10. bis 14. März. In kostenfreien Online-Vorträgen erklärt der Verbraucherschutzverband, wie man unlautere Werbung erkennt, sich davor schützt und welche politischen Maßnahmen dringend nötig sind.
Der deutsche Werbemarkt generierte 2023 einen Umsatz von knapp 50 Milliarden Euro. Von subtilen Online-Anzeigen bis hin zu plakativen Kampagnen – kein Lebensbereich bleibt von der Einflussnahme auf das Kauf- und Konsumverhalten verschont. Dabei ist es für Verbraucher*innen oft schwierig, zwischen Wahrheit und Manipulation zu unterscheiden. „Das Geschäft der Werbenden ist ja gerade, bestimmte Aspekte herauszustellen und andere eher zu verschleiern. Da muss man schon genau hinsehen“, erklärtEva Traupe, VSB-Verbraucherteamleiterin und Volljuristin.
Die VSB-Aktionswoche bietet zahlreiche Fachvorträge und Online-Veranstaltungen, die sowohl aufklären als auch präventiv helfen sollen. Ein zentrales Ziel: Die Mechanismen hinter Werbung verstehen und deren Einfluss auf Kaufentscheidungen bewusster wahrnehmen. „Mit der VSB-Aktionswoche möchten wir Verbraucher*innen dabei unterstützen, kritisch zu hinterfragen, was ihnen täglich begegnet“, so Traupe.
Werbung erkennen und hinterfragen
Täuschende Werbung zeigt sich häufig bei Produkten im Lebensmittelbereich. Begriffe wie „ohne Zucker“ oder „reich an Vitaminen“ vermitteln oft einen gesünderen Eindruck, als die Produkte tatsächlich halten können. „Hersteller dürfen Lebensmittel nicht unter irreführender Bezeichnung, Angabe oder Aufmachung in den Verkehr bringen oder mit irreführenden Darstellungen werben. Ab wann es sich aber wirklich um eine Verbrauchertäuschung handelt, muss meist im Einzelfall entschieden werden, was dazu führt, dass Hersteller diese Lücken geschickt ausnutzen“, erklärt Elisa Neutatz, Fachteamleiterin Ernährung. Verbraucher*innen mit Grundlagenwissen über Ernährung, Nährwerte und Zutaten fallen seltener auf falsche Werbebotschaften herein. Es empfiehlt sich in jedem Fall, einen Blick auf die Rückseite der Verpackungen zu werfen und Werbeversprechen zu hinterfragen.
Gefährliche und teure Täuschungen
In anderen Lebensbereichen wird das aber schon schwieriger. Im Bereich Energie seien falsche Werbeversprechen besonders problematisch, warnt Sylvia Enzner, Fachteamleiterin Energie. „Bei den hohen Bau-, Energie- und Sanierungskosten geht es um große Beträge. Verbraucher*innen sind darauf angewiesen, dass Preise und Leistungen kalkulierbar sind und zuverlässig eingehalten werden.“
Auch der Finanzsektor ist zunehmend von trügerischer Werbung betroffen, besonders über Social Media. „Werbung im Finanzbereich stellt oft nur die vermeintlich positiven Seiten eines Produkts in den Vordergrund und verschweigt die andere Seite der Medaille, wie Risiken oder Bedingungen, die erfüllt werden müssen“, so Fachteamleiter Finanzdienstleistungen Markus Latta. Im schlimmsten Fall kann ein falsches Investment sogar zum finanziellen Ruin führen.
Der VSB fordert daher auch einen verpflichtenden Sachkundenachweis für Finfluencer, die sich mit ihren Inhalten an das deutschsprachige Publikum wenden.
Labels wecken falsche Erwartungen
Ein weiteres wachsendes Problem ist Greenwashing, bei dem Unternehmen mit vermeintlich nachhaltigen Botschaften werben. Siegel wie „Ökologisch“ oder „Klimaneutral“ wecken Erwartungen, die häufig nicht gehalten werden. „Verbraucher*innen sollten daher besonders kritisch prüfen, ob solche Labels tatsächlich verlässliche Orientierung bieten“, betont Marianne Wolff, Fachteamleiterin Umweltbildung. Auch sogenannte Fantasie-Labels wie „Green Energy“ oder „Bestpreis Garantie“ können täuschen, da sie oft keine objektiven Standards widerspiegeln. Die EU hat mit einer neuen Richtlinie bereits Schritte eingeleitet, um Greenwashing bis 2026 verbindlich einzudämmen.
„Effektive Verbraucheraufklärung beginnt bei einem klareren Verständnis für Werbemechanismen“, so Eva Traupe. Ziel sei es, den Verbraucher*innen die notwendigen Werkzeuge an die Hand zu geben, um Täuschungen zu erkennen und selbstbestimmt zu entscheiden.
Weitere Informationen und Anmeldungsmöglichkeiten finden Sie hier: bildung.verbraucherservice-bayern.de.
Pressestelle/Verbraucherservice Bayern