Talk und Theater im Einsatz für die Kammerspiele
In der Veranstaltung "Kammerflimmern 2" befasst sich das Stadttheater erneut mit der Dringlichkeit eines Kammerspiele-Baus. Dazu teilt das Stadttheater mit: Die Diskussion um den Bau der Kammerspiele nahm im Juli durch das Vorgehen von Bürgermeister Mißlbeck an Fahrt auf. Die Debatte über mögliche Kammerspiele an die Donau überlagerte das Betriebskonzept des Neubaus und die Probleme der Theatermitarbeiter*innen mit den räumlichen und technischen Gegebenheiten des Hämer-Baus. Das Theater aber will sich nicht kapern lassen für eine Wahlkampfdebatte um die Donauanbindung an die Stadt. Deswegen wird es Zeit, wieder über das wirkliche Problem zu sprechen. Und genau das tun wir. Beim Kammerflimmern 2.
Der Hämer-Bau ist, wie 80% der 140 Theaterbauten in Deutschland, dringend sanierungsbedürftig. Je länger der Zeitraum für die Generalsanierung nach hinten verschoben wird, desto teurer und aufwändiger wird das Ganze. In einer seit Jahren geführten, zunehmend zermürbenden Debatte, kämpfen die Theaterleute um nichts weniger als um ihre Arbeitsbedingungen.
Es geht dabei letztendlich auch um die Frage: Was ist das Theater einer (Stadt-) Gesellschaft wert? Wo werden Wertedebatten geführt oder Futurologische Kongresse veranstaltet? Wo wird Schauspielkunst, Tanz oder Musik gezeigt, wenn nicht am Theater? Geheime Gärten besucht oder Dächer verzaubert? Für Kinder aller Altersgruppen gespielt? Wo können sich Menschen aller Generationen im Spiel selber erfahren oder sich in einem Café International begegnen? Ist das überflüssiger Luxus? Oder ist das ein standortvorteilhafter Ausdruck einer selbstbewussten, städtischen, demokratischen Gesellschaft?
Anspruch und Wirklichkeit – auch darum geht es bei »Kammerflimmern 2«. Eine Podiumsdiskussion mit Stadtbaurätin Renate Presslein-Lehle, dem Technischen Direktor Jochen Reichler, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft Wesko Rhode, dem Schüler Tim Rothärmel sowie Intendant Knut Weber widmet sich dem Status quo denkmalgeschützter Kulturbauten am Beispiel des Ingolstädter Stadttheaters. Das Ensemble singt erbauliche Lieder und Theatermitarbeiter*innen bieten Führungen durch den Hämer-Bau an. Die drei Sieger-Entwürfe werden erneut ausgestellt und die erfolgte Bürgerbeteiligung zusammengefasst. Nach 4 Premieren zum Spielzeitbeginn heißt es also wieder: Kammerflimmern! Der zweite Teil.
Kammerflimmern 2 • 27. Oktober, 11 Uhr • Großes Haus • Eintritt frei